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23. Januar 2015 - „Rund eine Million Menschen demonstrierten am Montag in Grosny gegen die erneute Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Organisiert wurde die Veranstaltung vom tschetschenischen Präsidenten.“ Dies berichtet „Russia Beyond The Headlines“ (RBTH, 21.1.15), der offizielle Informationsdienst Russlands, der sich auf Deutsch u.a. Sprachen an Leser im Ausland richtet.

 

Zur Erinnerung: Grosny hat 270.000 Einwohner und ganz Tschetschenien 1,2 Millionen. Wer also an dem Tag nicht todkrank oder als Invalide komplett transportunfähig war, hatte wohl keine Wahl, bei dieser Propagandakundgebung des Präsidenten nicht dabei zu sein. Sogar RBHT berichtet kritisch: „Die große Zahl der Teilnehmer erklärt sich dadurch, dass es eine Anweisung Kadyrows gegeben hat. Er verfügt in der Republik über absolute Macht.“

 

RBTH weiter: „Der Politologe Mirskij vermutet hinter der Kundgebung auch politisches Kalkül. Im Unterschied zu den Demonstrationen in anderen Ländern sei als Organisator und Anführer nicht etwa eine religiöse Persönlichkeit aufgetreten, sondern das Oberhaupt der Republik. Dabei stilisierte sich Kadyrow nicht nur als Organisator, sondern auch als Kopf der Bewegung, wie Mirskij ausführt: 'Er hat beschlossen, im Namen aller russischen Muslime aufzutreten, und schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Er wird zu einer bedeutenden Figur für die weltweite muslimische Gesellschaft und demonstriert Moskau seine Macht. Welches Oberhaupt einer russischen Region sonst kann binnen so kurzer Zeit eine Demonstration solchen Ausmaßes zusammenbringen?'“

 

Dass im Gefolge Russlands Premierminister Dmitrij Medwedew die neueste Ausgabe „Charlie Hebdo“ kritisierte, gibt zu bedenken. Auch die gut gemeinten Ratschläge, die RBTH am 12.1.15 unter dem Titel „Wie soll Europa dem Islam begegnen?“ veröffentlichte: „Igor Alexejew, Islamwissenschaftler und Leiter wissenschaftlicher Programme der Mardjani-Stiftung, sieht daher auch weniger einen Konflikt der Religionen, hier zwischen dem Islam und dem Christentum, sondern den eines säkularen gegen einen religiösen Fundamentalismus. 'Der Terroranschlag von Paris wird zu einer Stärkung und Radikalisierung von rechtskonservativen Kräften, von säkularen Nationalisten und liberalen Fundamentalisten führen, zu einem Angriff auf die Ideologie der Toleranz und des Multikulturalismus, einer Abwendung vom Neokolonialismus zu einer direkten kolonialen Einmischung in der islamischen Welt unter der Fahne der Terrorbekämpfung', befürchtet Alexejew.“

 

„Ideologie der Toleranz und des Multikulturalismus“ - das sollte UNS zu denken geben! Die Ideologie der Toleranz steht hiermit also auf einer Ebene mit der Islam-Ideologie der Intoleranz!

 

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