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Die Grundthese des Wirtschafts-Nobelpreisträgers ist einfach: der Euro hat einen Konstruktionsfehler. Daraus folgt: Der Euro kann nur überleben, wenn dieser Konstruktionsfehler behoben wird. Hier einige Zitate aus dem Buch:

 

„In gewisser Weise sind die Vorgänge in der Eurozone ein moralisches Lehrstück: Sie verdeutlichen, dass sich Regierungen, die den Draht zu ihren Wählern verloren habe, mitunter Systeme ausdenken, die nicht dem Wohl ihrer Bürger dienen.“ (S. 19)

 

„Auch wenn viele Faktoren zu den Problemen Europas beitragen, gibt es einen grundlegenden Fehler: Die Schaffung der Einheitswährung ohne gleichzeitige Errichtung eines instituionellen Ordnungsrahmens, der einer so vielfältigen Region wie Europa ermöglicht hätte, mit einer einheitlichen Währung erflgreich zu funktionieren." (S. 27)

 

„Damit Reformen greifen, müssen Entscheidungen getroffen werden, und in diesen Entscheidungen spiegeln sich die Sichtweisen und Werte der Entscheidungsträger. Es bedarf eines gemeinsamen Verständnisses dessen, was eine leistungsstarke Volkswirtschaft ausmacht, und eines Mindestmaßes an 'Solidarität' oder Zusammenhalt...“ (S. 46 f)

 

„Die Welt hat einen hohen Preis für die Hingaben an die Religion des Marktfundamentalismus und Neoliberalismus gezahlt und jetzt ist Europa an der Reihe. ...Die Eurozone verankerte viele dieser neoliberalen Ideen in der 'Verfassung' der Währung – ohne genüged Flexibilität vorzusehen, die es ermöglichen würde, auf veränderte Umstände oder ein neues Verständnis ökonomischer Funktionsmechanismen zu reagieren. Daher konzentriert sich die Europäische Zentralbank ausschließlich auf die Geldwertstabilität – selbst in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit. Der Glaube an die Effizienz und Stabilität der Märkte hatte auch zur Folge, dass die EZB und die Zentralbanken der einzelnen Mitgliedsländer geflissentlich vermieden, etwas gegen die Immoblienblasen zu unternehmen die sich Anfang bis Mitte der Nullerjahre in mehreren Euroländern bildeten.“ (S. 49 f)

 

„Mehr Macht für ein geeintes Europa würde den europäischen Bürgern nur dann mehr Wohlstand bescheren, wenn das politische System wirklich demokratisch wäre. Aber angesichts der gegenwärtigen politischen Struktur Europas gibt es gute Gründe, daran zu zweifeln.“ (S. 65)

 

„Strukturreformen, die Griechenlnd, Spanien und anderen Krisenländern auferlegt wurden, sollten deren Produktivität erhöhen. … Die Eurozone steht, gemessen an diesem Kriterium, schlecht da, …. Die Krisenländer schneiden noch schlechter ab. Falls es zu einer Zunahme der Produktivität gekommen sein sollte, wurde dieser Effekt durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit zunichtegemacht. In Griechenland ist der Output pro Erwerbsperson seit 2007 um 23 Prozent gesunken. Eine der Ursachen für diesen massiven Einbruch ist die sehr hohe Arbeitslosigkeit … Arbeitslosigkeit bedeutet eine Verschwendung von Ressourcen: Sie ist die vielleicht folgenschwerste Innefizien in einer Marktwirtschaft, … Die Arbeitslosigkeit ist ein Bereich, in dem die Eurozone eine besonders klägliche Figur abgibt, … in Griechenland erreichte sie 2013 mit 27,8 Prozent ein Allzeithoch.“

 

 Alle Zitate aus

Joseph Stiglitz

Europa spart sich kaputt.

Warum die Krisenpolitik gescheitert ist und der Euro einen Neustart braucht.

2016

 

Siehe auch: Steuern sind zum Steuern da (mit Zitaten aus dem Buch "Arm und Reich" von Joseph Stiglitz).

 

 

120 Hoffmann

Albert Hoffmann

Vernissage: 14.10.19

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