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18.3.2013 Das Bank Austria Kunstforum lädt zur Ausstellungseröffnung und leisure communications wird losgeschickt, um der Medienwelt zu erklären, dass die Kunst endlich bei den Seitenblicken angelangt ist. Aufgrund der seltenen Qualität soll das literarische Meisterwerk der PR-Agentur hier in voller Länge zitiert werden:

 

"Während der vormalige Direktor des Bank Austria Kunstforums, Klaus Albrecht Schröder, das zehnjährige Jubiläum seines neuen Amtssitzes in der Albertina mit Max Ernst zelebriert, feiert Schröders Ex und Nachfolgerin Ingried Brugger den 100-jährigen Geburtstag von Ernsts Ex im Bank Austria Kunstforum: Frauenpower! - Meret Oppenheim zieht ins Haus an der Freyung, unter der diplomatischen Patronanz des Schweizer Botschafters Urs Breiter und des deutschen Kollegen Detlev Rünger, unter Willkommens-Beihilfe von Kulturministerin Claudia Schmied (S) und unter Applaus auch zahlreicher Prominenter, die auf Einladung von Brugger und Bank Austria-Vorstandsvorsitzenden Willibald Cernko ihre Teilnahme an den Eröffnungsfeierlichkeiten am kommenden Mittwoch zugesagt haben: Oppenheims Künstler-Kollegen wie Sofie Thorsen, Matta Wagnest, Anna Blau und Daniel Spoerri sind ebenso darunter wie die Bühnen-Stars Birgit Sarata, Edith Leyrer, Joseph Lorenz und Bernd Jeschek; erwartet werden weiters die Kunsthandels-Kapos Martin Suppan, Silvia Steinek und Heike Curtze sowie Sylvia Eisenburger und ihr Jo Kunz, Konstantin Klien mit Gerda Duisik, Marmeladen-König Hans Staud, Regisseur Harald Sicheritz, Baumeister Richard Lugner und Universal-Boss Hannes Eder.“

 

Damit bekommt wirklich jeder Leser, der noch nie etwas von Meret Oppenheim gehört hat, eine umfassende Charakteristik der Künstlerin! Dass die Autoren den kunsthistorischen Kontext von Daniel Spoerri über Claudia Schmied (S!) bis hin zu Richard Lugner spannen, muss unbedingt in einer kunstwissenschaftlichen Dissertation über Meret Oppenheim vertieft werden! Dass es den Autoren gelingt, über das Werk der Künstlerin, das unter „Patronanz des Schweizer Botschafters“ usw. im Haus an der Freyung ausgestellt wird, nicht eine einzige Information, ja, nicht einmal eine Andeutung einer Information zu verlieren, könnte in einer literaturwissenschaftlichen Dissertation zum Thema werden. Oder auch zu einer weiteren Fußnote der jüngsten Sexismusdebatte in Deutschland.

 

Meloun-Hommage

 

Die erste Fußnote zur Sexismusdebatte in Deutschland lieferte kein Geringerer als Georg Baselitz. Der FDP-Politiker Rainer Brüderle wurde wochenlang durch den Medienkakao gezogen, weil er im (zugegebener Maßen) besoffenen Zustand eine Journalistin mit besoffenen Sprüchen belästigt hat. Zu später Stunde an irgend einer Hotelbar. Georg Baselitz hat - im Unterschied zu Brüderlein fein in (hoffentlich) nüchternem Zustand - in einem Interview mit der Zeitschrift „Der Spiegel“ gemeint, Künstlerinnen würden sich am Markt nicht durchsetzen, weil sie grundsätzlich schlechter malen. Dieses Zitat haben die Spiegel-Herausgeber in ihrer eigenen Zeitschrift so gut versteckt, dass es niemandem aufgefallen ist. Hier der Wortlaut:

"Spiegel: … Der Kunstmarkt ignoriert heute das künstlerische Erbe der DDR weitgehend... Späte Gerechtigkeit?

Baselitz: Der Markt hat recht, wie immer.

Spiegel: Immer? Der Markt lässt nur wenige Frauen gelten. Unter den teuersten Künstlern finden sich kaum welche.

Baselitz: O Gott! Frau bestehen nun mal die Prüfung nicht.

Spiegel: Welche?

Baselitz: Die Marktprüfung, die Wertprüfung.

Spiegel: Was soll das sein?

Baselitz: Frauen malen nicht so gut. Das ist ein Fakt. …

Spiegel: Frauen malen also angeblich nich so gut.

Baselitz: Nicht angeblich."

Senilität oder Schwachsinn? Wenn es darum geht, Künstlerinnen zu würdigen, fällt es offenbar manchen Kunstfreunden schwer, die Grenze zu ziehen.

 

Reaktionen auf Baselitz siehe kunstsammler.at

Mehr Infos zur Ausstellung von Meret Oppenheim liefert Kuratorin Heike Eipeldauer.

 

Replik des Geschäftsführers der leisure communications Kommunikationsagentur GmbH:

19.3.2013 Sehr geehrter Herr Thurnhofer,

ich freue mich sehr, dass wir in Ihnen einen vordergründig sehr aufmerksamen Leser unserer Presseaussendungen gefunden haben. Dies verwundert mich einerseits durch Ihre Funktion beim Verbreitungsdienst pressetext.at als auch Ihre Rolle in der Agentur Temmel, Seywald & Partner allerdings nicht. 

Als eingefleischtem Medienkenner wird ihnen sicherlich nicht entgangen sein, dass Leadmedien zwischen ORF und Profil bis hin zu auflagenstarken Titeln wie Kronen Zeitung oder Heute seit mehreren Wochen das Thema der Meret Oppenheim-Ausstellung intensiv auf einem hochwertigen inhaltlichen Niveau behandeln. Von den Special Interest Medien noch gar nicht gesprochen, die der Ausstellung mehrseitige Artikel widmen. 

Wie Ihnen aber sicherlich nicht entgangen ist, hat auch die Kunst- und Kulturszene eine Erweiterung auf die Lifestyle- und Gesellschaftsseiten gefunden. Mitunter durch den budgetär bedingt abnehmenden Raum der Kulturseiten in den Printmedien. Als "PR-Berater und Kunstmanager" (Quelle: http://www.tsp.at/agentur/team.html) ist Ihnen dieser Umstand sicherlich bekannt und Sie nutzen Eventdokumentationen von Eröffnungen (siehe http://fotodienst.pressetext.com/album/3177) auch für Ihre eigenen Kommunikationszwecke. Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren wollen, empfehle ich Ihnen das Weißbuch Kulturjournalismus meines Geschäftspartners Wolfgang Lamprecht. 

In diesem Sinne bedanken wir uns für Ihre kollegialen und freundlichen Glückwünsche zur gelungenen PR für eine mehr als sehenswerte Ausstellung und freuen uns sehr, dass Sie uns sogar auf Ihrer Seite wörtlich zitieren. Ich finde es doch schön, wenn Kollegen gegenseitig für einander werben und auch Leistungen anderer medial würdigen!

Beste Grüße,

Alex Khaelssberg

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