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Michaela Lexa schreibt im WirtschaftsBlatt (25.11.2010), „Kleinanleger, die vom wieder erstarkten Kunstmarkt profitieren wollen, haben nicht viele Möglichkeiten“. Sie stellt diese Meinung als Tatsache in den Raum. Gemäß der hier zitierten Zahlen beliefen sich die Auktionsumsätze im Jahr 2009 auf knapp fünf Mrd Dollar, während der Gesamtmarkt auf „31,3 Milliarden € gesunken ist“ also auf ca 41 Mrd. Dollar. Das heißt, der Auktionsmarkt beträgt etwa 12 Prozent vom Gesamtmarkt. Der WiBl-Artikel vermittelt leider eine Verfälschung der Tatsachen, so als wäre Investment nur in dem Kunstsegment möglich, das über die Auktionshäuser gehandelt wird.

 

Wenn man Anlagemöglichkeiten für Kleinanleger sucht bzw. beurteilt, dann muss man allerdings den Gesamtmarkt betrachten. Tatsache ist, dass es sehr, sehr viele Nischen gibt, wo man für relativ wenig Geld eine solide Kunstsammlung mit nachhaltiger Wertsteigerung aufbauen kann. Das beginnt bei signierten Kunstkatalogen, geht über das breite Feld der Grafik und Druckgrafik und reicht bis zur gezielten Auswahl unterbewerteter Künstler. Der Markt ist voll davon, nur die Medien berichten ausschließlich über Sensationsergebnisse wie Picasso & Co und erzeugen so beim Leser den Eindruck, als würde „DER“ Kunstmarkt nur aus dem Spitzensegment bestehen – aus den immer gleichen 100 Namen.

 

Nach meiner Einschätzung gibt es keinen homogenen Kunstmarkt, sondern sehr viele Kunstmärkte, die sich am besten auf einer Pyramide mit fünf Ebenen darstellen lassen, wobei der „Olymp“, die Top 100 dieser Welt mit Auktionsergebnissen von einer Million Dollar aufwärts aus meiner Sicht gar nicht mehr zum Kunstmarkt zählt, sondern viel eher als Derivat des Finanzmarktes zu betrachten ist.

 

Rendite zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten

Artikel im WirtschaftsBlatt vom 25.11.2010


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