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Wien (18.08.2005) - Ende Juli erhielten alle Kunden der oekostrom AG im Netzgebiet der EVN ungefragt ein Schreiben, in dem sie zum Umstieg auf ein "Partnerunternehmen" der EVN aufgefordert wurden. Einschließlich vollständig ausgefülltem Vertragsformular mit persönlichen Daten. Die oekostrom AG hat aufgrund der unberechtigten Weitergabe von Daten und falschen Preisvergleichen Beschwerde bei der EVN und der Stromregulierungsbehörde EngergieControl GmbH (e-control) eingelegt.

Jetzt erfasst eine Welle der Solidarität die oekostrom AG. In den vergangenen Wochen sind zahlreiche Unterstützungserklärungen eingelangt, die die Vorgangsweise der EVN verurteilen. Anstelle der von EVN vorgefertigten Formulare haben zahlreiche oekostrom-Kunden in einer konzertierten Aktion der EVN ein höfliches Schreiben geschickt, in dem sie begründeten, warum sie weiterhin Strom von der oekostrom AG beziehen wollen und was die EVN noch besser machen könnte:

"Wir begrüßen Ihr Engagement für nachhaltig erzeugten Strom und möchten Ihnen daher Vorschläge unterbreiten, wie Sie diese gute Sache noch besser unterstützen können:

- Kennzeichnung des Stroms mit dem Umweltzeichen "Grüner Strom" statt des TÜV-Zertifikats
- Mindestens 1% Solarstromanteil
- Direkter und nachweislicher Bezug von heimischen Stromerzeugern
- Klarer und konstanter Preis als Ausdruck einer fairen Entlohnung der Stromlieferanten als Gegenstrategie zum Preisdumping
- Keine firmenmäßige Verflechtung mit Unternehmen, die mit Fossil- und Atomstrom handeln, was die Möglichkeit einer offenen oder versteckten Quersubvention der Billigabnehmer durch idealistische Ökostrombezieher de facto unüberprüfbar macht.

Wir sind bewusst Kunden der oekostrom AG geworden, weil dieses Unternehmen vorbildlich in allen angeführten Punkten ist. Wir können allen bei Ihnen ernsthaft für eine nachhaltige Energieversorgung engagierten Menschen diesen Versorger nur empfehlen. Wenn die EVN im Bereich Erneuerbare Energieträger Positives bewirken will, dann wäre ein erster Schritt, ihre Mittel statt in zweifelhafte Abwerbeaktionen in Kraftwerke zur erneuerbaren Energieerzeugung zu investieren und vor allem keinen Atomstrom mehr einzukaufen!"

"Das Schreiben der EVN enthält unrichtige Preisvergleiche, wie wir mithilfe des Tarifrechners der e-control nachgewiesen haben. Weiters ist die Frage des Datenschutzes zu klären", meint Peter Molnar, Geschäftsführer der oekostrom Vertriebs GmbH. Der Anwalt der oekostrom AG, Dr. Josef Unterweger, hat eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung an die e-control weiter geleitet.

"Die strikte Trennung von Netzbetreibern und Stromlieferanten ist ein essentieller Bestandteil eines funktionierenden Strommarktes. Alternative Stromanbieter werden im liberalisierten Markt durch schikanöse Wechselfristen, illegale Datenweitergaben sowie unzähligen Verunsicherungen und Belästigungen von bereits gewechselten Kunden behindert. Solange die Rahmenbedingungen nicht passen, ist der liberalisierte Strommarkt in Österreich eine Farce", berichtet Molnar von seinen täglichen Erfahrungen. Immerhin beliefert die oekostrom AG derzeit bereits 6.000 Haushalte und Gewerbebetriebe mit zertifiziertem Strom aus Wind, Kleinwasserkraft, Biomasse und Solarenergie.

Um unlauteren Wettbewerb für die Zukunft auszuschließen, fordert die oekostrom AG daher konkret:
- komplette Entflechtung von Vertriebs- und Netzbetreibern
- eine einheitliche, unabhängige Netzgesellschaft für ganz Österreich
- Gleichbehandlung aller Vertriebsgesellschaften

Presseinfo der oekostrom AG
http://www.oekostrom.at

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