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 22. Februar 2007 - thurnhofer.cc war in diesem Jahr auf der ART Innsbruck mit folgenden Künstlern vertreten: Alfred BIBER, Marina JANULAJTITE, Tonia KOS, Igor LEONTJEW, Gerry MAYER, Erika SEYWALD und Eef ZIPPER. Stand C/05. Die Messe eröffnet am Mittwoch, den 14. Feburar und läuft von 15. bis 18. Feburar. Detail siehe Bericht auf kunstmarkt.com

 

Über die ART schreibt die Redakteurin der Tiroler Tageszeitung, Edith Schlocker: “Der Großteil von dem, was hier als Kunst verkauft wird, ist nicht die Farbe wert, mit der sie gemalt wurde."

 

In einem Leserbrief an die TT habe ich am 17.2. 07 folgendes angemerkt:

E.S. ist sicher die wichtigste Kritikerin im heiligen Land Tirol, wenn ihr die TT uneingeschränkt zugesteht mit jährlicher Regelmäßigkeit den größten Schwachsinn über die ART Innsbruck zu verbreiten. Mit ihren Pauschalurteilen disqualifiziert sie sich jedoch selbst als Trittbrettfahrerin, die den Titel “Kritikerin" nicht verdient. Kritiker sollten nämlich imstande sein, sich eine eigene Meinung zu bilden, anstatt das nachzubeten, was nationale und internationale Kritikergrößen bereits hochgejubelt haben. Und Kritiker sollten vor allem imstande sein, ihre Meinung und Urteile zu argumentieren und zu begründen. Wer wie E.S. behauptet, dass ein “Großteil" der Kunst auf der ART “nicht die Farbe wert ist, mit der sie gemalt wurde", der hat die Werke auf dieser Kunstmesse offensichtlich mit seinen Hühneraugen besichtigt und nicht gesehen, was wirklich gespielt wird. Und wer so aburteilt statt zu urteilen hat offenbar keinen blassen Schimmer, was derzeit in London, Köln oder New York läuft.

 

Dr. Edith Schlocker antwortet darauf am 18.2.07

Sehr geehrter Herr Thurnhofer,

Ihr Beschwerdebrief bezüglich meiner Berichterstattung über die Innsbrucker ART in der Tiroler Tageszeitung ist zwar auf einem Niveau, dass ich ihn am liebsten ignorieren würde. Aber einiges würde ich doch gern dazu sagen. Wenn Sie den Großteil der bei der ART präsentierten Arbeiten für gut halten, dann haben Sie offensichtlich einen anderen Kunstbegriff als ich. Ihre Verdächtigungen zu kommentieren, ist mir zu tief. Aber daran, dass wir in einem Land leben, in dem als eine der großen Errungenschaften der Demokratie Pressefreiheit herrscht, möchte ich Sie schon erinnern.

Mit freundlichen Grüßen

Edith Schlocker

 

Meine Antwort vom 19.2.07

Sehr geehrte Frau Schlocker,

ich danke für Ihre Antwort. Tatsächlich halte ich einen Großteil der auf der ART Innsbruck gezeigten Arbeiten für gut und in der Qualität vergleichbar mit anderen Messen, die ich selbst in den vergangenen Jahren besucht habe, zuletzt die London Art Fair im Januar 2007.

Ihre pauschale Verurteilung ist in Wahrheit mit einem “anderen Kunstbegriff" nicht argumentierbar. Natürlich gibt es einzelne Arbeiten auf der ART Innsbruck, die schlecht sind, so wie es einzelne hervorragende Arbeiten gibt, die sich positiv abheben. Als Aufgabe einer seriösen Kritik würde ich es sehen, das eine wie das andere exemplarisch herauszugreifen und zu begründen. Ihre METHODE besteht jedoch seit Jahren darin, ein paar arrivierte Namen (bei denen man immer auf der sicheren Seite ist) postiv zu erwähnen und den Rest (bzw. mit Ihren Worten: “Der Großteil von dem, was hier als Kunst verkauft wird...") pauschal abzuurteilen. Mit Demokratie und Pressefreiheit hat das nichts zu tun, sondern mit Seriösität in der Auseinandersetzung mit Kunst, Galerien und Künstlern. Aber offensichtlich hab ich einen anderen Begriff von Kritik.

Ich stehe bei der nächsten ART gerne für einen gemeinsamen Rundgang bereit, wenn Sie meine Argumente für die einen und gegen die anderen Kunstwerke im Detail interessieren.

Mit besten Grüßen

Hubert Thurnhofer

 

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