logo

bild

 9. November 2004 - Wie man aus der hehren Idee eines ArtClusters einen banalen Kunst-Klax macht, haben Bürgermeister Michael Häupl, Stadtrat Andreas Mailath-Porkorny und Dorotheum-Geschäftsführer Martin Ohneberg heute in einer Pressekonferenz im Steinsaal des Rathauses vorgeführt.

Der ArtCuster Vienna soll als Plattform die Arbeit vieler Kunstinstitutionen bündeln, um international gemeinsam stärker aufzutreten“, sagte Mailath-Pokorny. Wien unterstützt diese Inititative, sozusagen von ganzem Herzen, oder wie M-P sagt: „Zumindest ideel“. Nicht unerwähnt ließ der Kulturstadtradt bei dieser Gelegenheit, dass für 2005 das Kunstbudget der Stadt um „knapp 12 Prozent und zwar fast 11,8 Prozent erhöht wurde“. Auf Nachfrage, wieviel denn nun davon in den ArtCluster fließe, präzisierte M-P, dass er es mit seiner „ideelen Unterstützung“ ernst meint: „Für das Kunstbudget ist der ArtCluster ja gerade deshalb eine schöne Sache, weil es keinen Zuschuss daraus gibt.“

Frecher Weise konnten sich ein paar lästige Journalisten nicht verkneifen darauf hin zu weisen, dass Kunstmarketing auch Kohle braucht, und dabei nachzufragen, wie hoch das Budget des ArtCluster denn sei. Immerhin sei ja angedacht, „rund 1.000 weltweit bedeutende Kunstfachleute“ zur ArtWeek, „die vom 19. bis 24. April 2005 stattfinden soll“, nach Wien einzuladen. Ohneberg, der bisher ohne Geld da steht, damit aber Berge versetzen will, dazu: „Das haben wir natürlich budgetiert. Aber ich kann derzeit noch nicht sagen, woher das Geld kommt, wir führen gerade vielversprechende Verhandlungen mit möglichen Sponsoren.“ Da die anwesenden Journalisten ausgerechnet der schnöde Mammon besonders interessierte und Ohneberg nicht einmal den Hauch einer Andeutung eines Budgets in Händen hielt, funkte der Bürgermeister mit einem Machtwort dazwischen: „Haben Sie doch etwas Geduld, die Sponsoren können derzeit noch nicht genannt werden. Wichtig ist uns die Message: Es ist sensationell, dass diese Initiative ohne Steuergeld auskommt, sondern privat finanziert wird.“

Derzeit werden folgende „Mitglieder“ des als Verein konzipierten Clusters genannt: das Kunsthistorische Museum, die Albertina, das Liechtensteinmuseum, die Sammlung Essl, Museumsquartier und Kunsthalle, Dorotheum, Reed Messe, Akademie und Angwandte, die Stadt Wien sowie der Österreichische Galeristenverband (Parallelen zum Österreichischen Galerienverband sind beabsichtigt, Verwechslungen mit der IG Galerien ausgeschlossen). Da die genannten Institutionen ja schon bisher – wie allgemein bekannt – in bestem Einvernehmen zusammen gearbeitet haben, wird die Art Week 2005 mit dem Motto „take.time.meet.art.Vienna“ sicher in siro.point.Josef „rund 1.000 weltweit bedeutende Kunstfachleute“ nach Wien bringen und damit Wien zu dem machen, was als „langfristiges Ziel des ArtCluster Vienna“ definiert wurde: „der Ausbau Wiens zu einer der globalen Top-Destinationen im Bereich der bildenden Kunst“.

300 Leonjtew Leben