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... das falsche Pricing, wahrscheinlich sogar das falsche Geschäftsmodell!

Wien, 15. Oktober 2014. Nach einer einstündigen Testfahrt mit dem reinen Elektroauto BMW i3 ist klar: dies ist das ultimative Stadtfahrzeug! Als mein älterer Bruder vor bereits 20 Jahren einen zum E-Auto umgebauten VW Golf kaufte, legte ich damit ein paar Mal die Strecke Langenwang-Mürzzuschlag zurück. Das bedeutete damals: zehn Kilometer Zitterpartie. Konzeptuell der Zukunft um 20 Jahre voraus, technisch den damals üblichen Standards aber um 10 Jahre hinterher. Dagegen hatte ich mit dem i3 das Gefühl, in der Zukunft angekommen und der Gegenwart um zehn Jahre voraus zu sein.

 

MEHR zum Thema WIRTSCHAFTS-ETHIK siehe: MORAL 4.0 + www.ethos.at

 

Design und Technik sind bei diesem Auto aus einem Guss, das Raumangebot großzügiger als in manchen Luxuskarossen und sogar die Ladefläche ganz passabel. Bilder bis zu einem Format von 150x100 cm lassen sich bei umgelegter Rückbank gut laden und transportieren. Kein unwichtiges Details für einen Galeristen! Für die ART Innsbruck beginne ich bereits zu disponieren: in Wien in den Autozug, bleibt für Fahrten zwischen Messe Innsbruck und meiner Pension in Rum ausreichend Energie. Und zum Aufladen der Akkus kann ich sicher eine Abmachung mit meiner Pensionistin, d.h. „Pensionsherrin“ treffen.

 

Einziger technischer Schwachpunkt war bei der Testfahrt das Navigationsgerät. Es hat mich ausgezeichnet von BMW (9. Bezirk) über die Tangente bis zu boesner (11. Bezirk) gebracht. Allerdings wählte ich auf dem Rückweg eine kürzere Strecke durch die Stadt und das Navi wollte mich zwei mal ZURÜCK auf die Bundestraße (sprich Tangente) leiten. Hier fehlt es dem System offenbar noch an „Intelligenz“. Das ist ein technisches Detail, das man sicher leicht korrigieren kann. Doch grundsätzlich unintelligent ist es aus meiner Sicht, das Navi optional anzubieten. Damit beweist BMW, dass die Geschäftsführung den Systemwandel noch nicht realisiert hat.

BMW i3

Bei BMW-Pressekonferenzen darf niemals das Mantra vom „Premium-Anbieter“ fehlen. Mit dem i3 hätte BMW die Chance, vom Premium-Anbieter zum Pionier zu werden. Dafür braucht es aber einen anderen Denkansatz. Das Navi ist dafür ein gutes Beispiel. Der i3 ist mit einem tollen Monitor ausgestattet, das Navi ist selbstverständlich in der Bedienungskonsole vorgesehen, es aber nur gegen Aufpreis von über 2.000 Euro zu installieren ist schlicht und ergreifend dumm, um hier ein anderes Wort für „unintelligent“ zu verwenden. Dumm deshalb, weil das Fahrzeug nur mit einem neuen Gesamtsystem zum i3 wird, denn das Navi bietet mir unabdingbare Infos über die nächsten Stromtankstellen. In der Pionierophase könnte auf Basis dieser App eine i3-Community organisiert werden. Beispielsweise könnten i3-Fahrer ihre privaten Ladestationen anbieten, sodass ich künftig meine i3-Reise von Wien nach Innsbruck mit ein paar netten Kaffeepausen bei Community-Mitgliedern unterbrechen könnte. i3 würde ich in dem Kontext gerne übersetzen mit: Intelligenz hoch drei!

 

Intelligenz in Technik und Design.

Intelligenz in der Positionierung als ÜBERREGIONALES Stadtfahrzeug und Nahversorger.

Intelligenz in der Preispolitik – und die steht hier pars pro toto für Geschäftspolitik.

 

Ein Fahrzeug, das zum Pionier der Mobilität der Zukunft werden soll, darf nicht 35.000 und mit ein paar Kinkerlitzchen über 40.000 Euro kosten, sondern muss für jeden erschwinglich um 15.000 Euro angeboten werden. Sogar für einen Laien ist erkennbar, dass die Produktionskosten deutlich unter jedem Benziner liegen und dieser Preis locker machbar ist. Die F&E-Kosten voll in das Erstmodell einzurechnen, ist in dem Fall ein Beispiel falscher Denkungsweise. Hier zählt ausnahmsweise nicht der Gewinn der Aktionäre, sondern der Beitrag für eine umweltfreundlichere Zukunft!

 

Einen Baustein hat BMW geliefert, aber ein neues Gebäude damit zu errichten, überlässt BMW anderen. Schade! Mit i3 könnte BMW zum Pionier der Zukunft werden – und das Unternehmen könnte sich das locker leisten. Zur Erinnerung ein paar Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2013:

Umsatz 2013: 76 Mrd Euro

Investitionen; 6,6 Mrd Euro

Ergebnis vor Steuern: 7,9 Mrd Euro

Steuern: 2,57 Mrd Euro

Jahresüberschuss: 5,3 Mrd Euro

Ich bin sicher, dass ein paar gewifte Lobbyisten zu steuerschonenden Bestimmungen für E-Cars beitragen könnten, sodass durch Steuervorteile die Intelligenz hoch drei unter dem Strich nur zu einer geringen Reduktion der BMW-Gewinne führen würde. Was wäre das schon im Vergleich zur weltweit erzielbaren Reduktion von CO2!

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