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Wien, 25. März 2006 - Eine Bürgschaft aus Streikgeldern für die wildesten schiefgelaufenen Finanzspekulationen abzugeben – das könnte kein Mafiaclan dieser Welt besser erfinden. Dass eine Milliarde Euro durch das geschickte Händchen Wolfgang Flöttls flöten geht, nachdem bereits ähnliche Spekulationsgeschäfte vom Bawag-Vorstand 1994 für beendet erklärt worden waren, ist atemberaubend. Das muss wohl auch der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Weninger so so empfunden haben, dem es schlicht und ergreifend die Red verschlagen hat, als er damals im Jahre 2000 davon erfahren hatte. Sprachlos hat er weder seine Aufsichtsratskollegen noch die Finanzaufsicht über den exorbitanten Abschreibungsbedarf informiert. Und nur sein Boss, im Hauptberuf Gewerkschaftsboss, durfte eingeweiht werden. Mit dem war man sich schnell einig, kein Sterbenswörtchen nach außen dringen zu lassen. Die “Verantwortung”, die auf den Schultern von Fritz Verzetnitsch fortan lag, konnte er wohl nur mit seinem Wohnungsnachbarn, Papa Walter Flöttl, eben jenem Flöttl der als Vorsitzender des Vorstandes bis Mitte der 90er Jahre für die Geschäfte der Bawag zuständig war, auf seiner Terasse im Penthouse auf einem Bawag-Haus in der Wiener City teilen.Und damit “buchhalterisch” alles im Lot bleibt, wurde die Bilanz durch Verschiebung der Verluste in Briefkastenfirmen geschönt. Wien darf nicht Chicago werden hat eine Partei vor einigen Jahren als Wahlslogan plakatiert. Chicago, Palermo oder Moskau – Städte die bislang mit mafiosen Strukturen in Verbindung gebracht wurden – haben abgedankt. Wien ist ab sofort Synonym für die Mafiastadt schlechthin, denn in keiner Stadt dieser Welt sind anerkannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens so eng in kriminelle Machenschaften verwickelt wie in Wien.

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