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Vom Bodensee bis zum Neusiedlersee hat fast jedes östereichische Bundesland seine eigene Kunstmesse. Allerdings können die meisten dieser Veranstaltungen nicht mit internationalen Standards wie Art Cologne oder Art Basel mithalten. Trotz wachsender Konkurrenz konnten Kunstmessen als Marktplatz in den vergangenen Jahren an Bedeutung zulegen, während Messen anderer Branchen nur noch als Informationsveranstaltungen und nicht mehr als Marktplätze gesehen werden. Neben der Chance, Sammler, Museums-Direktoren und Kuratoren auf einer Messe kennen zu lernen, ist für die Aussteller auch das Medienecho ein positiver Nebeneffekt.

Grundsätzlich heben Kunstmessen das Rating der teilnehmenden Galerien und Künstler, da der Zugang zur Messe immer limitiert ist. Die Teilnahme unterliegt strengen Auswahlkriterien. Nicht nur quantitativ (begrenzte Standflächen), sondern auch qualitativ, da in der Regel eine Jury über die Teilnahme einer Galerie entscheidet. Allerdings kann die Mitgliedschaft in der richtigen Galerien-Vereinigung manche Hürden beseitigen. So ist der Bundesverband Deutscher Galerien e.V. (BVDG) Träger der ältesten Messe für moderne und zeitgenössische Kunst, der Art Cologne. Somit sind auch praktisch alle Aussteller aus Deutschland Mitglieder des BVDG. Der Überhang von 600 Anfragen für 300 Plätze hat zur Gründung der Parallel-Messe art.fair geführt, die zeitgleich mit der Art Cologne durchgeführt und vom großen Bruder sogar geduldet und unterstützt wird.

Auch wenn die Art Cologne neben der Art Basel unbestritten die Leitmesse für Europa ist, spielt sie offenbar für den amerikanischen Kunstmarkt nur eine untergeordnete Rolle. So haben 2003 nur acht und 2004 nur noch sieben US-Galerien an der Art Cologne teilgenommen. Offenbar muss eine Messe die  Sammler dort abholen, wo sie leben. Deshalb haben sich die Veranstalter der Art Basel entschlossen, ihr Erfolgsrezept zu exportieren und haben 2002 die Art Basel Miami Beach in Florida ins Leben gerufen. Allerdings hat Miami mit 35.000 Besuchern noch eine geringere Resonanz als die Mutter mit 55.000 Besuchern oder die Art Cologne mit 70.000 Besuchern jährlich.

Messen sind immer auch ein Spiegel der Zeit und zeigen, dass der Kunstmarkt bestimmten und bestimmenden Modetrends folgt. So zeigten die Aussteller der Art Cologne in den vergangenen Jahren vorwiegend figurative Malerei, die seit Beginn des 21. Jahrhunderts wieder einen deutlichen Aufschwung erlebt, nachdem Neue Wilde und Expressiv Abstrakte in den 1980er und 90er den Westeuropäischen Kunstmarkt dominierten. Die ViennAfair versucht seit 2005 als Nachfolgemesse der Kunst Wien eine Gegentrend einzuläuten und setzt auf eher avantgardistische Kunstrichtungen. Mit 12.000 Besuchern konnte sie jedoch noch nicht den durchschlagenden Erfolg erzielen zum  Vergleich: Die Art Karlsruhe konnte 2006 zu ihrem dritten Geburtstag bereits mehr als 30.000 Besucher anlocken.

WEITERE INFOS siehe:

DIE KUNSTMARKT-FORMEL

ISBN 978-3-7357-7052-3
Print: 19,90 Euro, E-book: 10,99 Euro

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