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16.2.2017 - Wie bei Schnitzlers Reigen stellt sich beim Wiener Kunstmessereigen die Frage: welche Galerie legt sich mit welchem Veranstalter ins Bett?

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Der Wiener Kunstmessereigen beginnt heuer mit der ART VIENNA am 23. Februar im Leopold Museum, wo bislang die ART AUSTRIA residierte. Diese ist nolens volens ins Palais Liechtenstein übersiedelt, wo sie von 24. bis 26. März ihre Pforten öffnet. Und dazwischen läuft von 4. bis 12. März die WIKAM im Palais Ferstel & Palais Niederösterreich, die bislang im Frühjahr im Künstlerhaus residierte, das aber nun renoviert wird.

 

Jeder gelernte Österreicher kennt das Qualtinger-Dictum „Simmering-Kapfenberg – des is Brutalität.“ Fußball anno dazumal war aber gar nichts gegen den Kunstmessereigen in Wien, der vergleichbar ist mit einem Match von gleichzeitig drei Mannschaften auf einem Fußballfeld, die den Ball auf ein einziges Tor spielen, in dem drei Tormänner stehen.

 

Für jene, denen intime Kenntnisse der Wiener Kunstszene fehlen, hier die Interpretation: die Fußballspieler sind die Galeristen, die Tormänner sind die Messeveranstalter. Das Tor ist der Zugang zum Kunstmarkt! Und hinter dem Tor sporadisch ein paar Schauer auf den Tribünen des Stadions, die sich über das Tohuwabohu auf dem Fußballfeld amüsieren.

 

Und sowohl die potenten, als auch die potenziellen Kunden bleiben zuhause.


Siehe auch: Kunstmessen 2015 – Heiß umkämpfter Herbst

NACHSATZ 11.3.2017 - Nicht nur die Messe-Veranstalter, auch die Galeristen kämpfen um jeden Kunden - und in logischer Folge auch oft gegeneinander. Sogar jene, die sich im Galerienverband zusammengeschlossen hat.

 

So schreibt Hans Knoll am 10.3.2017 auf facebook:

"Durch die Wiener Galerienszene geht ein Riss, der glücklicherweise wieder kleiner wird. Nach zahlreichen Austritten aus dem Galerienverband vor etwa 15 Monaten gibt es eine changierende Gruppe derer, die sich als die besseren Galerien bezeichnen, und die deutlich größere Gruppe jüngerer und älterer Mitglieder im Verband. Inzwischen hat der Verband einige Erfolge verzeichnet und wieder mehr Mitglieder.
Trotzdem war ich gestern Abend überrascht, als ich bei einem Vernissagenbesuch von der Kollegin Christine König ohne Angaben von Gründen aus ihrer Galerie geworfen wurde.
Christine König war im Vorstand des Verbandes als es zu den vielen Austritten kam, gerade vor meiner Zeit als Vorsitzender. Wir haben eine lange gemeinsame Geschichte: König wollte in den frühen 90er Jahren meine Galerie-Partnerin werden, was ich abgelehnt habe. Vor etwa 8 Jahren wollte sie mir ihre Galerie verkaufen - was ich ebenfalls abgelehnt habe. Und vor einigen Jahren habe ich von ihr Fotografien gekauft, für die sie nach dem Kaufabschluss zusätzlich mehr Geld forderte - was ich ebenfalls abgelehnt habe.
Es ist also der Rauswurf wohl eher persönlichen Gründen zuzuschreiben."

 

Silvia Graser antwortet: "Ich habe bereits vor 20 Jahren nicht begriffen wieso teils Mafiamethoden angewendet werden mussten um Erfolg langfristiger absichern zu können ? Und es gibt eine große Anzahl menschlich schwieriger Elite Galerien ! Gerade die sollten Kollegen wie Hans es einer ist wertfrei behandeln lernen ! Soviel unnötiger Energieverlust bevor auch nur irgendwas beim Kunden, Sammler angekommen ist. Was sind das für Ängste, die Kollegen einander nicht verstehen lassen ? Wie berechtigt sind sie werklich ? So schade und bescheuert !!"

 

M. Eibensteiner

unterstützt das Crowd Funding für Moral 4.0 mit fünf tollen Kristall-Bildern.

Danke!

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