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15.3.2016 - Nach dem Museum Moderner Kunst Kärnten zeigt nun bis 24. April 2016 das Wiener Künstlerhaus die erste Retrospektive und erste Museums-Ausstellung des Künstlers Valentin Oman, der 1935 in St. Stefan / Steben bei Villach/Beljak geboren wurde.

 

valentin oman

„Valentin Oman zählt zu den renommiertesten österreichischen Künstlerpersönlichkeiten“, so der erste, informative Satz des Ausstellungs-Folders. Wenn Oman so renommiert ist, warum scheint er dann nicht im Ranking der hundert angeblich wichtigsten österreichischen Künstler auf? Entweder ist die Ausstellungswerbung falsch, oder mit dem Ranking, das die Zeitschriften „GEWINN“ und „trend“ (vormals „Format) unabhängig von einander aber mit ziemlich gleichem Ergebnis durchführen,  stimmt was nicht. Meine Meinung hab ich erstmals 2009 publiziert: „Das System Madoff im GEWINN Kunstbarometer“.

Der Kurator der Ausstellung, Michael Karrer, antwortet auf die Frage, warum Valentin Oman nicht auf der Liste der Top 100 Künstler Österreichs zu finden ist: „Ich habe mich ein Jahrzehnt mit Kunstrankings beschäftigt, mittlerweile hasse ich das Thema. Es gibt eine Korrelation zwischen Ausstellungspräsenz und Management des Künstlers. Künstler die in Museen ausgestellt werden, finden im Ranking stärkere Berücksichtigung. Valentin Oman ist ein introvertierter Künstler, dem es nicht wichtig ist seine Erfolge sichtbar zu machen. Er freut sich nicht auf einen öffentlichen Auftritt, sondern wäre lieber in seinem Atelier.“

Ich selbst wurde erstmals in meinem Galeristen-Leben in diesem Jahr eingeladen beim trend-Kunstranking mitzuspielen. Ich habe der trend-Kunstredakteurin Michaela Knapp mitgeteilt, dass ich bei dieser Art des Rankings gravierende methodische Mängel sehe. Ich bin gespannt, ob der trend in seiner Kunstausgabe meine Einwände publizieren wird. Und ich bin auch gespannt, ob der Kärntner Künstler Valentin Oman, der mit rund 80 öffentlichen Aufträgen insbesondere im Süden Österreichs sichtbare Zeichen gesetzt hat, von der Wien-lastigen Jury wenigstens in diesem Jahr wahrgenommen und gewürdigt wird.

 

Siehe auch Beitrag aus „Heimat fremde Heimat // Weitblicke“, Jänner 2016

18.3.2016 - Salzburger Nachrichten berichten von der Eröffnung im Künstlerhaus, Wien.

16.11.2016 - Der Standard berichtet über die Ausstellung im MMK

 

29.4.2016 - Medienkritischer Nachsatz: Ich finde es skurril, dass der ORF am Kulturmontag (21.3.2016) Peter Sloterdijk eine 4-Minuten Film und ein 11-Minuten-Interview widmet, selbstverständlich mit dem Hinweis dass Sloterdijk „der Superstar unter den Philosophen“ sei. „Superstar“ ist wohl die unabdingbare Legitimation, um für einen langweiligen Beitrag extra nach Deutschland zu fliegen. In der gleichen Sendung wurde die Ausstellung von Oman, die sogar der ORF-Kulturchef Martin Traxl ein paar Tage vorher höchst persönlich eröffnet hat, nicht mit einem einzigen Wort erwähnt. Ist das die Objektivität, die wir immer fordern? Wenn sich ein Kulturchef schon für die Eröffnung hergibt (oder vielleicht sogar bezahlen lässt, ich weiß es nicht), dann wird er mit Sicherheit darüber nicht in seiner eigenen Sendung berichten. Zumindest dann nicht, wenn es nicht um einen „Superstar“, sondern um einen Kärntner Provinzkünstler geht. Hatte der doch schon in der Exotensendung „Heimat fremde Heimat“ im Jänner seinen Auftritt.

 

 

M. Eibensteiner

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