logo

bild

Der Knigge für Kunstraum-Besucher und der Beitrag Kunst als Währung haben bei KünstlerInnen und GaleristInnen Wellen geschlagen. Ursula Pfeiffer, Leiterin des galeriestudio38.at und der ::KUNST-PROJEKTE::,  hat eine rege Diskussion auf facebook losgetreten.

Ursula Pfeiffer FB

 

25./26. 1. 2016 – Fortsetzung der facebook-Kontroverse über den neuen Kunstraum-Knigge
Ursula Pfeiffer postet:

Heute bekam ich folgendes Mail von einem gewissen
Klaus A.
„Ein <1>! Glas Wein bei einer Vernissage (Anm. im Der Kunstraum in den Ringstrassen Galerien Wien von Hubert Thurnhofer ) kostet ab sofort eine freiwillige Spende von 2 Euro.
Eine FRECHHEIT!
Knigge
für Kunstraum-Freunde
Einlass nur für Antialkoholiker!
Für NIX gibt´s NIX!
Kunst als Währung
http://www.thurnhofer.cc/
. . . und immer nur zitzerlweise servieren.
Da ist es besser, man geht i. d. AUGUSTINER-Keller und lässt sich den kühlen weißen SCHANKWEIN servieren!

 

Ursula Pfeiffer - Meine Antwort war ziemlich unverblümt: "Wer nur zum Saufen zu einer Vernissage kommt, ist in einer Galerie sowieso fehl am Platz. Da bist du im Augustinerkeller besser aufgehoben. Aber dort gibt es auch nichts gratis..

.

Marion Dworzack - soweit stimme ich zu, dass man eigentlich wegen der Kunst hingeht, und nicht nur Leute mit dem Wein anlocken will.... nur - wie verbucht man die Einnahmen? da wird sicher bald jemand vom Finanzamt kommen, und sich die Belege anschauen „wink“-Emoticon
Ursula Pfeiffer - Das ist ja auf Spendenbasis.
Hubert Thurnhofer - Das Finanzamt kann ruhig kommen, ich freue mich über jeden Cent, den es findet. Noch "gefährlicher" ist die Gewerbeaufsicht, die mir erklären wird, dass ich Wein nicht verkaufen darf, weil keine Gastronomie usw. Deshalb die FREIWILLIGE Spende! Ob die Spende noch FREIWILLIG ist, wenn der Betrag fixiert wird, ist dann die Frage, die wiederum das Finanzamt begutachten muss.


Marion Dworzack - mit einem Fixpreis ist das keine Spende
Hubert Thurnhofer - Wer meint, 2 Euro spenden zu müssen widerspreche dem Prinzip der Freiwilligkeit, dem erkläre ich hier die Logik der Freiwilligkeit: Wer nicht FREIWILLIG spendet, der bekommt ZWANGSWEISE nix!


Sonjuschka Golovanova - jaja.....immer das leidliche Thema....angeblich geht der Verkauf besser mit Alkohol. Dass es lustiger ist, ist ebenso klar. Dass die Vernissagen meistens zu Partys verkommen, wo nix verkauft wird - also keine Bilder - ist auch ein bekannter Faktor. Viele Vernissagegeher haben nicht so viel Geld. Freuen sich natürlich wenns was zum Trinken gibt. Vielen kommen aber nur wegen Wein, Gesellschaft und so weiter. Ich freue mich auch wenns was umsonst gibt. Ich tue mir mit dem Zahlen auch recht schwer. Allerdings weiß ich auch wie teuer es ist für Speis und Trank bei Ausstellungen aufzukommen. Das habe ich schon x-mal gemacht. Also von allen Seiten betrachtet kann ich nur sagen...naja, wenn er meint der Herr Thurnhofer, dann soll er! Er wird wahrscheinlich ein anderes Publikum bekommen! Den reichen Russen auf die er wahrscheinlich im noblen Einkaufszentrum hofft wird er aber schon ein Stamperl Vodka umasunst anbieten?
Ursula Pfeiffer - Ich denke, es geht einfach um die Wertschätzung! Es gibt tatsächlich eine Gruppe von Vernissagentouristen, die NUR wegen dem Buffet und wegen dem Wein kommen - da wird sogar mit dem Handy herumtelefoniert und es werden Insider.Tipps gegeben, wo es was zu essen gibt. Tatsache. Ich habe es schon oft erlebt, dass viele bei meinen eigenen Veranstaltungen vorbei geschaut haben und gleich wieder gegangen sind, als sie gesehen haben, dass es nichts zum Futtern gibt. Hubert Thurnhofer hat das ganz bewusst überspitzt formuliert, auch um einen Denkanstoß zu geben.
Sonjuschka Golovanova - habe vor ein paar Jahren bei einer Ausstellung diese Thematik zur Sprache gebracht - damals in der Vienna Travelgallery . Einige Leut ham recht lustig geschaut


Günther Pfeiffer - Der Herr A. soll ebendorthin gehen (in den A.). Er zeigt auf, weshalb er zu einer Vernissage geht - nur da passt er nicht in den Kunstraum, sondern eben in den A.-Raum. Jedem das Seine.


Marion Elias - Also, ich komm kaum zum Saufen weil mich entweder die Werke interessieren und/oder ich ne Rede zu schwingen habe, was eine Ehre ist. Eine nette, knappe Bewirtung ist Usus geworden, in Italien etwa gibt es maximal Getränke. Aber wenn wir schon dabei sind, hört endlich auf, von Vernissagen zu faseln!!!! Was bitte wird lackiert???? Diese nur im deutschen Sprachraum übliche Unart geht mir auf die Eierstöcke. Kein Mensch in England, Frankreich oder Italien verwendet dieses Unwort - es heisst Inauguration, inaugurazione, exhibition opening. Die Vernissage war ein pre opening, zu dem besondere Gäste - Freunde und hoffentlich Kunden eingeladen waren, um dabei zu sein, wenn die Bilder ihren letzten Schliff bekamen - durch den Schlussfirnis, der bei der Gelegenheit vom Künstler aufgebracht wurde (wodurch die Farben besonders schön hervortreten). Heurzutage wird nix mehr lackiert, nota bene kane Autos und Photos und Skulpturen. Also endlich WEG mit dem Falschwort!!! Ha und die Olympiade ist der Zeitraum zwischen den Spielen (4 Jahre), es heisst das Dorado oder El Dorado aber nie das Eldorado, Düsenjet existiert nicht und oktroyieren , never aufktroyieren. Unter diesem Minimum sauf ich nur nicht mehr, gratis oder nachghaut, ich verweigere jegliche Debatte.
Ursula Pfeiffer - Bei meiner nächsten Vernissage, die ich organisiere steht eh Eröffnung, aber die WienerInnen gehen halt gerne auf Vernissagen. Das klingt halt schicker.
Marion Elias - Jo leider, is aber soooo dooof. How about acrochage?
Hubert Thurnhofer - In England verwendet auch niemand das "Unwort" Handy, obwohl es so englisch klingt. Die Sprache nimmt ihre Entwicklung. Es gibt Schlimmeres, als längst eingefahrene Begriffe, die in der gängigen Bedeutung jeder versteht, zu gebrauchen.

Marion Elias - Nö, finde ich ehrlich gesagt nicht. Eingefahren wie in ne Sackgasse.

 

Peter Thomas Suschny -Augustiner Keller ist ein Wirtschaftsbündler ... eher 12 A „smile“-Emoticon

 

120 Maria Theresia 300 J