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Eine Vorschau von Henri Edelbauer

Moral 4.0: Ein Buch im Werden

Buchpräsentation am 18. Oktober 2017 um 18:00 Uhr

Im Kunstraum der Ringstrassen Galerien, 1010 Wien, Kärntnerring 11-13

 

30.8.2017 - Im Brennstoff Nr. 17  (Sommer 2009) erschien die österreichweit erste Rezension eines späteren Klassikers: „Glaube Hoffnung Management“  – das ist weder das neue Antikrisenprogramm der Christlichen Gewerkschafter, noch Kardinal Schönborns Losungswort für sein anonymes Sparbuch bei der Raika. Nein, hier hat der Philosoph, Galerist und Kommunikationsberater Hubert Thurnhofer ein Buch auf den gebeutelten Markt geworfen, das 2500 Jahre alte bewährte Denkmethoden endlich für ökonomische Problembereiche fruchtbar macht.

 

Nun bringt Hubert Thurnhofer sein philosophisches opus magnum ans Licht der Öffentlichkeit. Der Titel „Moral 4.0“ verweist schon auf die ironische Grundhaltung: Er spielt auf die herbeigelobte „Vierte industrielle Revolution“ an, die noch gar nicht begonnen hat. Ebenso macht Thurnhofer die präsumtiven Leser/innen seines „in Kürze“ erscheinenden Werkes seit April dieses Jahres zunehmend neugierig und animiert sie, die „Geburt“ des Buches durch das bewährte „Wehenmittel“ Crowdfunding zu beschleunigen.

 

Es handelt sich, soviel zeigt sich schon in den Leseproben, um eine – vor allem wirtschaftspolitische – Kehre „vorwärts zu Kant zurück“, einen neuen Anlauf zum Ausweg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, Hauptursache der postmodernen Massenmenschenhaltung. Grundlegend für Thurnhofers Gedankengang ist ist die rigorose Unterscheidung von Moral und Ethik: „Die Grundfrage jeder Moral lautet: ‚Was soll ich tun?‘ Die Grundfrage der Ethik lautet: ‚Warum soll man etwas tun (oder unterlassen)?‘ Die Grundlage unseres Verhaltens ist immer eine Moral (und da wir uns oft in verschiedenen sozialen Gruppen bewegen, sind fast immer mehrere Moralen Grundlage unseres Verhaltens). Die Ethik beschäftigt sich dagegen mit den Grundlagen unseres Handelns. Verhalten und Handeln sind zwei Phänomene, die sich nicht graduell, sondern prinzipiell unterscheiden. Das versteht jeder, aber niemand berücksichtigt diese einfache Wahrheit, wenn es darum geht, wichtige Entscheidungen zu treffen, die Grundlage des Handelns sind.“

 

Von dieser zentralen Einsicht aus konstatiert der Philosoph, dass unser Rechtsbegriff – egal ob auf staatlicher oder individueller Ebene – in seiner Widersprüchlichkeit mehr als fraglich geworden ist: „Jeder hat das Recht Recht zu haben. Nicht jeder hat die Chance Recht zu bekommen. Es gibt kein Recht auf Gerechtigkeit.“ 

 

 

Hubert ErsteBank 250
 

In diesem Dickicht der (Un-)Werte, konstatiert Thurnhofer, gedeihen Politiker, welche es für ihre erste Pflicht halten, „die Finanzmärkte zu beruhigen“, anstatt sich über die Millionen Menschen am Rande des Prekariats zu beunruhigen. Moral 4. 0 bleibt allerdings nicht bei der reinen Kritik des Status quo, bietet vielmehr einen praktischen Leitfaden für moralisches Handeln. Und spart nicht mit Seitenhieben gegen gedankenfreie Alltagsparolen der Finanzwirtschaft, konkret mit Bezug auf eine  Werbe-Kampagne der Erste-Bank: „‚Unser Land braucht Menschen, die an sich glauben. Und eine Bank, die an sie glaubt‘ ? Nein! Ich bin überzeugt: die Menschen hat unser Land bereits, allerdings fehlt es immer noch an der Bank, die an Menschen glaubt.“

Siehe auch: INHALT des Buches Moral 4.0

 

 

120 Maria Theresia 300 J