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30.12.2016 - Über die Ausweisung von 35 russischen Diplomaten aus den USA schreibt "HEUTE" heute: „US-Geheimdienste vermuten, dass russische Hacker mit Billigung des Kreml in das Computersystem der Partei von Hillary Clinton eingedrungen sind und interne Mails an die Öffentlichkeit gebracht haben. Das hat Clinton massiv geschadet.“ Ein zweiseitiger Hintergrundbericht in „Die Zeit“ hätte den Sachverhalt nicht besser ausdrücken können: Aufgrund einer reinen Vermutung macht man heutzutage Politik!


Nur der Schlusssatz des Artikels ist in dem Kontext absurd: „Das hat Clinton massiv geschadet.“ Ich unterstelle mal, dass der Redakteur dieses Artikels nur aus Platzgründen nicht korrekt formuliert hat. Korrekt wäre: „Das soll Clinton massiv geschadet haben“, denn aus einer reinen Vermutung eine Tatsachenbehauptung abzuleiten, ist nicht möglich, wenn das Denken Regeln der Logik unterliegt. Aber muss ein Journalist auch noch logisch denken? Nicht unbedingt, aber er/sie (gendern ist heute wichtiger als logisch denken) sollte zumindest die richtigen Fragen stellen. Im Fall des angeblichen Hacker-Angriffs wären das folgende:


- Welche Beweise gibt es für Hacker-Angriffe aus Russland?
- Falls es Beweise dafür gibt, welche Beweise gibt es für die Billigung oder gar Beauftragung durch Putin?
- Falls es Beweise für Hackerangriffe im Auftrag von Putin gibt, welche Beweise gibt es, dass die Inhalte von russischer Seite veröffentlicht wurden?
 Falls es Beweise für die Hackerangriffe im Auftrag von Putin und deren Veröffentlichung durch Russland gibt, welche Beweise gibt es, dass diese läppischen Infos einen Einfluss auf die Wähler in den USA ausüben konnten?

Bislang hab ich darüber keine Informationen in den Medien gefunden – ja noch nicht einmal diese Fragestellungen sind irgendwo aufgetaucht. Aber die zentrale Frage in dieser Causa will, kann oder darf niemand stellen: Warum sind ein dutzend amerikanischer Geheimdienste mit tausenden Mitarbeitern unfähig ein paar jämmerliche russische Hacker abzuwehren?

 

Diese Frage hat mich die ganze letzte Nacht beschäftigt. So hab ich recherchiert und dabei die CIA-Verschwörung aufgedeckt.


Bislang dachte ich immer, alles was ein Geheimdienst macht, und alle Erkenntnisse, die er gewinnt, sind geheim. Doch mittlerweile beschäftigt der CIA in seiner PR-Abteilung schon mehr Mitarbeiter als in der Abteilung Geheimagenten. Und die PR-Abteilung hat ihren Job in diesem Jahr hervorragend gemacht.


Zunächst hat man aufgedeckt, dass Hillary Clinton als Außenministerin über ihren Privatserver korrespondiert hat. Um das heraus zu finden haben die CIA-Agenten sicher nicht vier Jahre gebraucht. Nur die PR-Abteilung wollte es eben zum richtigen Zeitpunkt lancieren. Dann hat man herausgefunden: war eh nichts Gefährliches dabei. Dann hat man rausgefunden, es könnte doch was Gefährliches dabei gewesen sein und der CIA-Boss John O. Brennan höchst persönlich ist zehn Tage vor der Präsidentschaftswahl mit dieser heißen Nachricht an die Presse getreten. Kurz darauf haben weitere Untersuchungen, die natürlich top secret waren - ergeben: es war eh nix Neues dabei.


Wozu das Hickhack? John O. Brennan hat im Hintergrund sondiert, wer seinen Vertrag, der im kommenden Jahr zur Verlängerung ansteht, am ehesten unterschreiben wird und die Medien mal in der einen und mal in der anderen Richtung manipuliert, bis klar war, dass Donald Trump seine Trumpfkarte ist.


Und nach der Wahl hat der CIA aufgedeckt, dass die Hacker von Putins Gnaden die Mails von Hillary geleakt haben. Und die ganze Welt weiß nicht erst seit gestern, sondern dank der Massenmedien, die diese Verschwörungstheorie seit Wochen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit breit walzen,  dass die Bösen auf dieser Welt die Russen sind. Egal ob in Syrien oder bei der - aus europäischer Sicht - falschen Wahlentscheidung der Amerikaner. Schuld sind die Russen, insbesondere der Oberrusse Wladimir Putin ist ein ganz Böser!


Dass der CIA unfähig ist die Spionage oder Gegenspionage der Russen abzuwehren, darüber hat noch niemand berichtet. Das hat den Medien offenbar noch niemand gesteckt. Was die Welt auch nicht wissen darf und deshalb gar nicht so genau wissen will: CIA-Direktor John O. Brennan arbeitet schon lange nicht mehr im Interesse seines Landes, sondern ausschließlich im eigenen Interesse.


Den CIA führt er als Privatunternehmen. Er lebt nicht von der mickrigen Gage als Direktor, sondern von den Provisionen der führenden Rüstungskonzerne. Brennan hat an der Amerikanischen Universität in Kairo studiert und spricht arabisch. Er ist mit allen Interessensgruppen im Arabischen Raum eng vernetzt und weiß auch ganz genau, wer von wem Waffennachschub bekommt. Und das muss er schließlich wissen, damit er seine Provisionsrechnungen kontrollieren kann. Dafür sind die Geheimagenten des CIA noch gut genug. Und auch die PR-Abteilung des CIA weiß ganz genau, wie sie mit Desinformationen von diesen Tatsachen abzulenken hat.


Mit Sicherheit ist es auch kein Zufall, dass John Owen Brennan im Januar 2013 zum Direktor des CIA ernannt wurde. Nur wenige Tage vor ihm wurde seine ziemlich beste Freundin Marillyn Hewson zum CEO des führenden US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin bestellt. Dass Hewson und Brennan unter einer Decke stecken, ist nicht nur eine private Angelegenheit, wie alle Insider der US-Verhältnisse wissen.

 

Hanzl InDogWeTrust

Bild: Julia Hanzl


NACHSATZ: Alle hier vorgetragenen Verschwörungstheorien – sowohl die vom CIA in die Welt gesetzten, als auch meine eigenen – sind frei erfunden! Also ein reines Weihnachtsmärchen.

Nur die Fragen, die ich damit aufgeworfen habe, die sind echt.

Da fällt mir noch eine Frage ein: was kann Hillary wohl intern behauptet haben, das ihr öffentlich gar so schadet??

 

Ergänzung 9.1.2017: Nicht zu glauben, aber offenbar sind am Wochende zu wenige Terroranschläge passiert, so dass uns die Leitmedien - von ORF bis ARD - nochmals völlig überflüssig aber mit dem Gestus investigativer Journalisten - die "Putin nimmt Einfluss auf die US-Wahlen"-Story aufgewärmt haben. tagesschau.de: "Worauf genau die Geheimdienste ihre Einschätzung stützen, bleibt für die Öffentlichkeit unklar." "Mit einer Vielzahl von Quellen" habe man gearbeitet, heißt es  in der redigierten Version - der einzigen, die öffentlich gemacht wurde. Gehts noch? "Eine Vielzahl von Quellen" - ja haben denn NSA, CIA und FBI keine eigenen Quellen?

 

M. Eibensteiner

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Danke!

120 manuela eibensteiner